Angst, etwas zu verpassen (FOMO)
Der Drang, dem Kurs hinterherzulaufen, nachdem eine starke Bewegung bereits begonnen hat. FOMO-Einstiege erfolgen typischerweise auf den ungünstigsten Niveaus, nahe an Erschöpfungspunkten mit der höchsten Umkehrwahrscheinlichkeit.
Gegenmaßnahme: Vordefinierte Setups strikt einhalten. Sind die Einstiegskriterien nicht mehr erfüllt, existiert der Trade nicht.
Revenge Trading
Der Versuch, Verluste durch größere Positionen oder erzwungene neue Trades sofort zurückzugewinnen. Diese emotionale Reaktion verwandelt einen kleinen Verlust in einen katastrophalen.
Gegenmaßnahme: Erzwungene tägliche Verlustlimits und verpflichtende Pausen nach einem Verlusttrade oder einer Verlustsitzung.
Überkonfidenz nach Gewinnen
Eine Serie gewinnender Trades erzeugt die Illusion von Können statt Wahrscheinlichkeit. Das führt zu Regelbrüchen, größeren Positionen und schließlich hohen Drawdowns.
Gegenmaßnahme: Jeden Trade unabhängig behandeln. Positionsgröße und Regeln bleiben ungeachtet der jüngsten Performance konstant.
Verlustaversion und Hoffnung
Die Tendenz, verlierende Positionen deutlich länger als geplant zu halten und auf eine Rückkehr zum Break-even zu hoffen. Verluste werden psychologisch etwa doppelt so schmerzhaft empfunden, wie gleich große Gewinne Freude bereiten.
Gegenmaßnahme: Harte, vorab platzierte Stop-Losses und vollständiger Verzicht auf diskretionäre Eingriffe, sobald ein Trade aktiv ist.
Recency Bias
Jüngstes Marktverhalten wird übergewichtet, während längerfristige Wahrscheinlichkeiten ignoriert werden. Wenige Tage in einer Range können wie die „neue Normalität“ wirken und zur Aufgabe trendfolgender Regeln führen.
Gegenmaßnahme: Auf objektive Backtest-Daten und Regimefilter statt auf subjektives Marktgefühl vertrauen.
Ego und narrative Bindung
Emotionale Bindung daran, mit einer Marktrichtung „recht“ zu haben. Prognosen werden verteidigt, statt dem Kursverhalten zu folgen.
Gegenmaßnahme: Ausschließlich auf die Prozessausführung konzentrieren. Der Markt liegt nie falsch; nur die eigene Reaktion kann falsch sein.