Grundprinzipien des Risikos

Kapitalerhalt steht an erster Stelle

Das wichtigste Ziel ist das Überleben. Kein einzelner Trade und keine Serie von Trades darf jemals die Fähigkeit gefährden, weiter handeln zu können. Kapitalerhalt stellt sicher, dass genügend Zeit im Markt bleibt, damit sich ein statistischer Edge entfalten kann.

Risiko pro Trade (1–2-%-Regel)

Bei keiner einzelnen Position mehr als 1–2 % des gesamten Trading-Kapitals riskieren. Dieses Limit wird aus der Distanz zwischen Einstiegspreis und Stop-Loss berechnet und über die Positionsgröße dynamisch angepasst.

Beispiel: Bei einem Konto von 100.000 $ und einem Risikolimit von 1 % beträgt der maximale Verlust pro Trade 1.000 $. Liegt der Stop-Loss 50 Ticks entfernt, wird die Positionsgröße entsprechend angepasst.

Chance-Risiko-Verhältnis (mindestens 2:1)

Jeder potenzielle Trade muss mindestens den doppelten Ertrag gegenüber dem eingegangenen Risiko bieten. Ein 2R-Gewinn bedeutet, dass ein erfolgreicher Trade das Zweifache des riskierten Betrags erzielt. Dadurch kann eine Strategie selbst bei einer Trefferquote unter 50 % profitabel bleiben.

Positiver Erwartungswert = (Trefferquote × Durchschnittsgewinn) – (Verlustquote × Durchschnittsverlust) > 0

Positionsgröße und Volatilitätsanpassung

Die Positionsgröße wird automatisch anhand von Kontogröße, festgelegtem Risikoprozentsatz und aktueller Marktvolatilität berechnet, beispielsweise ATR oder Standardabweichung. Höhere Volatilität führt zu kleineren Positionen, damit das monetäre Risiko konstant bleibt.

Maximale Drawdown-Grenzen

Strenge Drawdown-Schwellen gelten täglich, wöchentlich und insgesamt. Das Überschreiten eines festgelegten Limits, beispielsweise 5 % pro Woche oder 15–20 % insgesamt, löst eine sofortige Handelspause aus, bis sich die Bedingungen stabilisieren oder ein Review abgeschlossen ist.

Korrelations- und Exposure-Kontrollen

Das gesamte Markt-Exposure ist über alle offenen Positionen begrenzt. Korrelierte Instrumente wie ES und NQ werden als eine Risikoeinheit behandelt, um eine Überkonzentration in einem Marktregime zu verhindern.

Harte Stop-Losses und kein Averaging Down

Jeder Trade startet mit einem vordefinierten, nicht verhandelbaren Stop-Loss, der unmittelbar bei der Ausführung platziert wird. Das Aufstocken verlierender Positionen oder das Vergrößern der Stop-Distanz ist untersagt.